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Finale 2012 – alte und neue Fehler ohne Ende!

1. Finale 2012 (zumindest für Mac) stürzt bei der Bearbeitung längerer Dokumente häufig ab.

2. Finale 2012 (zumindest für Mac) zeigt in den Linealen ab und zu sporadisch vollkommen falsche Maße. Beispiel eine A4-Seite ist plötzlich nur noch 15 cm hoch und 10,5 cm breit.

3. Bei der Bearbeitung von Akkordsymbolen werden vollkommen absurde Zahlen als Maße für den horizontalen bzw. vertikalen Versatz von Zeichen angezeigt.

4. Beim Eintragen von Liedtexten stürzt Finale 2012 (für Mac) häufig ab (hängt sich auf, reagiert nicht mehr), wenn man versucht, von einer Strophe zur nächsten zu wechseln - zumindest in längeren Dokumenten.

5. Bei der ersten X-Tole, die man in einem längeren Dokument hinter einem Schlussstrich erzeugt, verrutscht das Zeichen in der exportierten EPS-Grafik horizontal nach links. Das gilt z. B. auch für Akkordsymbole und wer weiß, für was noch alles. Das gilt aber nur für die OS-X-Version, da ja in Windows der EPS-Export sowieso nicht richtig funktioniert - siehe nächster Punkt. Das heißt: MakeMusic hat es in Finale 2012 nun auch geschafft, den EPS-Export in OS-X mit deutlichen Fehlern zu versehen.

6. in OS-X: Bei Vortragsangaben (z. B. Zahlen, Buchstaben), die z. B. in einem rechteckigen Rahmen dargestellt werden sollen und sich am Beginn einer neuen Seite befinden, wird der Rahmen in der erzeugten EPS- oder PDF-Grafik falsch abgebildet (horizontal gestaucht). Das betrifft immer nur die erste Vortragsangabe auf der Seite. Das gleiche Symbpl an anderer Stelle wird dann so in der Grafik oder dem PDF exportiert, wie es am Bildschirm angezeigt wird.

7. Der in diesem Artikel ausführlich beschriebene Fehler beim EPS-Export ist in der Windows-Version von Finale 2012 (zumindest in der englischsprachigen Testversion) noch immer nicht behoben!

Dies belegt einmal mehr das Desinteresse des Herstellers Make Music gegenüber der professionellen Anwenderschaft (z. B. im Musikverlagswesen). Denn der Fehler wurde seit Finale 2010 immer wieder an Klemm Music gemeldet und angeblich auch an Make Music weitergegeben. Vielleicht ist aber auch Klemm Music nicht Willens oder in der Lage, von Make Music diesbezügliche Nachbesserungen zu verlangen bzw. sich damit durchzusetzen.

Die OS-X-Version haben wir in diesem Punkt bisher nicht getestet.

Bekanntlich gibt es zahlreiche weitere Bugs, die teilweise altbekannt sind und trotz vieler Berichter darüber über Jahre hinweg von Make Music nicht behoben wurden. Genaue Beschreibungen bzw. Berichte darüber sind jederzeit willkommen. Bitte hierher mailen – vielen Dank!

 

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Ergebnis

Hugo Read - Chamber Works

(kreuzberg records 2011)


Die CD startet mit „Equality“, einer Komposition, deren Titel auf Gleichheit oder Gleichberechtigung anspielt. Ob der Komponist damit das Nebeneinander von Musikstilen oder die zwei von ihm gespielten Altsaxophone im Thema meint, bleibt offen. Egal – auf jeden Fall hören wir hier zeitgenössischen Jazz vom Feinsten. Im „Prolog“ (so heißt das Vorspiel zu „Equality“) zeigt sich schon mal die Affinität des Komponisten zur klassischen Moderne. Der „Prolog“ mündet aber schon nach 50 Sekunden in einen prickelnd treibenden Groove, über dem ein wunderschönes Thema dahinschwebt. Seine Partner in diesem und noch anderen Tracks des Albums dürften jedem Jazzkenner zumindest in Europa ein Begriff sein. Wie schon teilweise in anderen Projekten von und mit Hugo Read überzeugen sie auch hier mit expressiven Soli und homogenem Zusammenspiel.

Kaum dass sich nach „Equality“ die Gänsehaut wieder zurückgezogen hat, kommt sie im Track 2, „Stufen“ – einem ruhigen Jazzstück mit Ohrwurmpotenzial –, erneut zum Vorschein. Bis hierhin würde man auf ein Jazz-Album auf höchstem Niveau schließen. Aber für die gesamte CD wäre das viel zu kurz gegriffen. Es folgen Tracks in unterschiedlichsten Besetzungen und Stilistiken. Ob in Solostücken, ob im Duo mit sich selbst, ob in sparsamen Arrangements mit selbst eingespielten elektronischen Instrumenten oder im filigranen Zusammenspiel mit Posaune und Flügelhorn – neben den eindeutigen Wurzeln im Jazz spürt man auf diesem Album deutlich die Berührungspunkte mit der komponierten Musik des späten 20. Jahrhunderts, die sich auch u. a. in seinen CD-Produktionen mit Peter Degenhardt erkennen lassen. Seinen nahezu grenzenlosen stilistische Horizont hat Hugo Read längst durch etliche gemeinsame Projekte mit namhaften Vertretern der zeitgenössischen komponierten und improvisierten Musik wie Markus Stockhausen, Manfred Schoof, Christoph Spendel u. v. a. bewiesen. Mehr Aufschluss über seine Aktivitäten gibt ein Besuch auf der Website http://www.hugo-read.de.

Chamber Works wirkt auf mich wie das sehr persönliche Statement eines sensiblen und vielseitig ambitionierten Musikers, das schon deswegen in keine Schublade passen kann. Wer Hugo Read kennt, spürt hier bei aller (uneitlen) Eleganz und Souveränität im Umgang mit Instrument und Komposition sein entspanntes und zurückhaltendes Wesen und seine Abneigung gegenüber musikalischem Fraktionsdenken. Auch in seinen Ausflügen in expressionistische Klangbilder oder in seinen freien Improvisationen – frei übrigens auch von abgegriffener Free-Jazz-Attitüde – wird das Album an keiner Stelle anstrengend. Ein echter Kunstgenuss!


Wolfgang Fiedler

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